Diese 6 Fehler machen Dranbleiben unnötig schwer

Gibt es da etwas – einen Plan, eine Aufgabe, eine Veränderung, einen guten Vorsatz – von dem du weißt, dass Dranbleiben dein Leben besser machen würde? Denkst du, dass …

  1. dir die Motivation fehlt?
  2. du zu faul bist?
  3. dir die Zeit fehlt?
  4. es irgendwie nicht dein Ding ist?
  5. dein Wille nicht stark genug ist?
  6. Dranbleiben sich vielleicht nicht lohnt?

Dann bist du in eine Denkfalle gelaufen. Und wenn du möchtest, dass deine Selbstdisziplin da unten im Loch nicht verrottet, dann musst du sie rausholen. Schnell.

In diesem Artikel, zeige ich dir, wie dir diese Denkfallen deine Energie rauben. Wenn du verstehst wie die Fallen funktionieren, ist es leicht sie zu vermeiden. Dann gewinnst du deine Kraft zum Dranbleiben.

Wenn du verändern, umsetzen oder durchziehen willst. Weil du erreichen willst, was dich glücklicher, produktiver und erfolgreicher macht, dann lese weiter. Wir schaffen jetzt Klarheit, damit du die Denkfallen in Zukunft erkennen und vermeiden kannst.

Fehler 1: Kannst du nicht dranbleiben, weil dir die Motivation fehlt?

„Motivation is something you create and not what you get…“

Jeff Haden, Autor von The Motivation Myth

Das ist mit Abstand was ich am häufigsten falsch gemacht habe:

Ich habe auf Motivation gewartet

Dahinter steckte der Wunsch es leichter zu haben.

Ich kann dich verstehen. Wenn du dich motiviert fühlen würdest, wäre alles leichter und deswegen willst du Motivation von Anfang an.

Die Denkfalle ist zu glauben, dass du fürs Anfangen Motivation brauchst. Das führt dazu, dass du auf Motivation wartest.

Aber auf Motivation zu warten ist eine sehr schlechte Idee. Das habe ich an mir selber gemerkt. Solange ich auf Motivation gewartet habe, konnte ich an nichts dranbleiben.

Was uns über Motivation beigebracht wurde

Das Problem ist, dass sich in unseren Gedanken ein falscher Ablauf festgesetzt hat. Uns wurde beigebracht, dass wir durch Motivation ins Handeln kommen. Und dann entstehen die Ergebnisse, die wir uns wünschen.

Motivation, wie wir sie gelernt haben

  1. Motivation entsteht
  2. Dann handeln wir
  3. Dadurch entstehen Ergebnisse/Erfolge

Das zu glauben ist so verlockend, weil Motivation am Anfang steht. Die Wirklichkeit ist anstrengender.

Motivation, wie sie ist

  1. Wir handeln
  2. Dann entstehen Ergebnisse/Erfolge
  3. Dadurch entsteht Motivation zum Dranbleiben

Motivation entsteht durch Handeln, nicht umgekehrt

Dranbleiben lohnt sich. Durch Dranbleiben entsteht Motivation, nicht umgekehrt.

Wenn du anfängst zu handeln, entstehen Ergebnisse. Diese Ergebnisse motivieren dich weiterzumachen.

Handeln steht am Anfang und Motivation ist das Ergebnis.

Motivation ist in Wirklichkeit die Belohnung dafür, dass du dran bleibst. Denn je länger du dran bleibst, umso leichter wird es.

Motivation ist das Sahnehäubchen auf dem Muffin. Du musst erst den Muffin backen und dann die Sahne draufmachen. Wenn du erst das Sahnehäubchen machst, wird das nichts.

Leider ist es die Wahrheit. Du musst handeln, ohne dich motiviert zu fühlen.

Das Gute daran ist, dass du die volle Kontrolle hast. Du brauchst auf nichts zu warten, du kannst gleich anfangen, Ergebnisse zu schaffen.

Wenn du wissen willst, mit welcher Strategie du möglichst schnell Motivation zum Dranbleiben aufbauen kannst, lese meinen Artikel über Selbstmotivation.

Fehler 2: Kannst du nicht dranbleiben, weil du zu faul bist?

Bist du faul?

Ich sag dir was. Mein bester Freund, meine Mutter und meine Lieblingskollegen sind es auch. Alle sind faul.

Und das ist auch gut so.

Willst du wissen warum ich Faulheit nicht schlimm finde?

Ich glaube, dass unsere Welt schrecklich wäre, wenn die Menschen nicht faul wären. Wir hätten kein Netflix, wir hätten keine Mikrowellen, wir hätten keine Parkbänke am Rhein. Es würde uns eine Menge fehlen.

Ich denke sogar, Faulheit ist eine gute Sache.

Faulheit macht uns effektiv

Sie bringt uns dazu, mit möglichst wenig Aufwand, zu bekommen was wir brauchen. Sie ist unser innerer Antrieb Energie zu sparen.

Eigentlich ist Faulheit unser Freund. Denn sie zwingt uns dazu nur das zu tun, was uns wirklich wichtig ist.

Die Denkfalle ist zu glauben, dass du deine Faulheit besiegen könntest. Das führt dich in einen sinnlosen Kampf gegen dich selber. Du kannst diesen Kampf nicht gewinnen und verschwendest deine Energie.

Hör auf gegen Faulheit zu kämpfen

Du kannst diesen Kampf nicht gewinnen. Der sogenannte „innere Schweinehund“ ist ein Teil von dir.

Akzeptiere die Faulheit und lebe mit ihr.

Tue was die Faulheit von dir will. Finde effektive Wege, zu tun was dir wichtig ist. Nutze Strategien, die es dir leichter machen deine guten Vorsätze umzusetzen und dranzubleiben.

Fehler 3: Kannst du nicht dranbleiben, weil dir die Zeit fehlt?

dranbleiben geht nur, wenn du Prioritäten hast

Fehlt dir die Zeit, um regelmäßig…

  • laufen oder ins Fitnessstudio zu gehen,
  • gesund zu kochen,
  • an deinen Zielen zu arbeiten?

Hast du so viele Verpflichtungen, dass du nicht dazu kommst…

  • etwas Neues zu lernen,
  • deine Gewohnheiten zu ändern,
  • oder das Buch zu lesen, dass du vor Monaten gekauft hast?

Ich bin mir ganz sicher: Wenn du mehr Zeit hättest, würdest du mehr erledigen, erreichen, verändern, umsetzen.

Wenn man von den 24 Stunden des Tages, die Zeit zum Schlafen und Essen abzieht, bleibt nicht mehr viel übrig. Und dann ist da noch dein Job, deine Familie, der Antrag beim Straßenverkehrsamt, die Wäsche.

Das muss erledigt werden.

Doch was ist mit den Aufgaben, Veränderungen und Plänen, die bisher zu kurz gekommen sind? Meistens sind das die wirklich wichtigen Dinge.

Die Denkfalle ist, zu glauben, dass du das Opfer deiner To-Do-Liste sein musst. Dadurch verlierst du das Gefühl von Kontrolle über deine Zeit. Du hörst deswegen auf Prioritäten zu setzen und deinen Tag zu managen.

Was du tun kannst, wenn die To-Do-Liste zu lang ist

Zeit schaffen durch Aufschieben

Hast du erwartet, dass ich dich in einem Artikel über das Dranbleiben zum Aufschieben ermutige? Es ist so.

Denn es kommt darauf an, was du aufschiebst.

Stelle dir diese Fragen: Welche Aufgaben auf deiner Liste sind nicht dringend? Was passiert, wenn du die Wäsche erst morgen machst?

Verschiebe Aufgaben, die warten können. Dadurch schaffst du Zeit für Aufgaben, die nicht mehr warten sollten.

Häufig ist es so, dass wir die wirklich wichtigen Dinge auf morgen verschieben. Und dann erledigen wir unwichtige Dinge, die wir auch hätten verschieben können.

Verschiebe die unwichtigen Dinge um Zeit für die wichtigen zu schaffen.

Wenn du jetzt denkst, dass auch das, woran du dranbleiben möchtest, warten kann, habe ich folgende Frage an dich: Wie wichtig ist es dir wirklich?

Zeit schaffen durch Streichen

Wenn du bist wie ich, sind dir deine Ziele alle wichtig. Ich verstehe, dass du am liebsten alles davon umsetzen würdest. Alles davon umzusetzen würde dich glücklich machen.

Aber es fehlt die Zeit, alles zu schaffen. Es gibt deutlich mehr Wege zum Glück, als du gehen kannst.

Du musst die Liste kürzen. Leider heißt das, dass du wichtige Ziele aufgeben musst. Zumindest vorerst.

Streiche wichtige Ziele und behalte die Wichtigsten.

Das ist nicht einfach, aber es lohnt sich.

Fehler 4: Kannst du nicht dranbleiben, weil es nicht dein Ding ist?

zum dranbleiben, muss man sich selbst loslassen

Damals dachte ich, die ganze Welt kann mit Physik erklärt werden. Philosophie hielt ich für sinnlos.

Heute denke ich ganz anders. Ich glaube, dass die Physik Grenzen hat, die nicht sprengbar sind. Und um diese Grenzen festzulegen, brauchen wir Philosophie.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich erkenne mich manchmal selbst nicht wieder. Wenn ich mich erinnere, was ich vor 10 Jahren gedacht, gesagt oder gefühlt habe, merke ich, wie sehr ich mich verändert habe.

Doch manchmal – wenn ich vor neuen Veränderungen stehe – nehme ich mich selbst als eine feste Person wahr, die bleibt wie sie ist. Das merke ich an Gedanken wie …

  • „das kann ich nicht“
  • „das mag ich nicht“
  • „das passt nicht zu mir“
  • „so bin ich nicht“

Die Denkfalle ist zu glauben, dass du dein Verhalten verändern kannst, ohne dich selbst zu verändern. Und zu glauben es wäre etwas schlechtes das Bild, das du heute von dir hast, zu verlieren.

Das macht dich unflexibel und manchmal wird dadurch das Dranbleiben zur Qual. Wenn eine Veränderung stattfindet, dann ist sie oft oberflächlich. Das führt dazu, dass du nach ein Paar Wochen – in denen du dich gezwungen hast, anders zu sein – zurück in deine alten Muster fällst.

In uns ist etwas, dass Veränderung nicht mag

Etwas das will, dass Alles so bleibt wie es ist.

Ich glaube das ist unsere Angst unser Selbst zu verlieren. Unser Selbsterhaltungstrieb.

Diese Angst hat einen Zweck. Sie will sicherstellen, dass die Zukunft vorhersagbar bleibt. Und der beste Weg, das zu erreichen, ist dafür zu sorgen, dass Alles so bleibt wie es ist.

Wenn wir heute dasselbe tun wie gestern, wissen wir was morgen passiert. Wir produzieren die gleichen Ergebnisse, erreichen die gleichen Ziele und bleiben wer wir sind.

Doch es gibt Herausforderungen, die erfordern, dass wir unser Selbstbild loslassen und ein Neues aufbauen.

  • Wenn du an deiner Laufroutine dranbleiben willst, musst du vom nicht-Läufer zum Läufer werden.
  • Um ein Buch zu schreiben, musst du vom nicht-Autor zum Autor werden.
  • Deine Ernährung umzustellen erfordert, dass du alte Gewohnheiten durch Neue ersetzt.
  • Und du kannst nur gut Programmieren lernen, wenn du vom nicht-Programmierer zum Programmierer wirst.

Eine persönliche Veränderung bedeutet ein Wechsel der Identität. Wenn wir von einer Identität in die nächste übergehen, fühlen wir uns für einen kurzen Moment Gesichtslos. Bei einer nachhaltigen Veränderung geht unser altes Selbstbild verloren und ein Neues entsteht.

Wenn du an etwas Dranbleiben willst, musst du dein Selbstbild erneuern

Dein altes Selbst, will bleiben. Egal ob es dich glücklich macht oder nicht. Ihm ist nur wichtig, dass es bleibt.

Wenn du verändern, umsetzen, erreichen, dranbleiben willst, brauchst du Mut. Du musst die Angst überwinden, dich selbst zu verlieren.

Habe Vertrauen in deine Ziele und werde wer du sein musst, um sie zu erreichen. Dann wird das Dranbleiben leichter.

Fehler 5: Kannst du nicht dranbleiben, weil dein Wille zu schwach ist?

“If you want to make any permanent change in your life, willpower won’t get you there.”

Benjamin Hardy PhD, Autor von Willpower doesn’t work
dranbleiben durch Willenskraft ist die falsche Strategie

Als ich zum ersten Mal das Laufen anfangen wollte, fiel es mir schwer dranzubleiben.

Ich dachte, dass ich mich einfach weiter durchbeißen muss.

Hast du es auch mit Durchbeißen versucht? Wenn du bist wie die meisten von uns, dann hast du irgendwann gemerkt, dass dein Wille alleine nicht reicht.

Die Denkfalle ist, dass du Willenskraft mit Selbstdisziplin gleichsetzt.

Dadurch verengt sich dein Fokus und du blendest all die Strategien aus, die ohne viel Willenskraft funktionieren. Du verschwendest deine Energie, weil alle deine Bemühungen auf Zwang, statt auf nachhaltige Veränderungen, ausgerichtet sind.

Die Willenskraft – Strategie

Alle glauben disziplinierte Menschen haben mehr Willenskraft als Menschen mit weniger Selbstdisziplin. In unserer Gesellschaft wird Willenskraft mit Selbstdisziplin gleichgesetzt.

Willenskraft wird maßlos überschätzt.

Klar, du kannst dich kurzfristig zum Laufen, zum Lernen oder zur Diät zwingen. Aber ändert dich das langfristig?

Ich glaube nicht.

Wir kennen das doch alle. Im Januar melden sich alle enthusiastisch im Fitnessstudio an und raffen sich auf, obwohl sie keine Lust haben. Spätestens nach zwei Monaten können nur noch die dranbleiben, die Spaß am Sport gefunden haben.

Die, die es mit Durchbeißen versucht haben, geben frustriert auf.

Das Ergebnis der Willenskraft-Strategie ist Selbstquälerei und Enttäuschung. Denn nach ein paar Wochen – wenn dich die Willenskraft verlässt – merkst du, dass du dich nicht verändert hast.

Wenn es dich zu viel Willenskraft kostet, machst du es falsch

Sollte dir das Dranbleiben schwerfallen, liegt es nicht daran, dass du zu wenig Willenskraft hast.

Wenn du eine wichtige Veränderung umsetzen willst, solltest du strategisch vorgehen. Zu versuchen sich mit Willenskraft zu verändern, ist wie laufen auf einem Laufband. Es ist anstrengend, aber du legst keine Distanz zurück.

Der Fokus auf Willenskraft, ist Zeitverschwendung.

Wenn du von Ort A nach Ort B kommen willst, statt dich an Ort A sinnlos zu quälen, brauchst du Strategien, die ohne viel Willenskraft funktionieren.

Fehler 6: Willst du aufgeben, weil Dranbleiben anstrengend ist?

Dranbleiben wird leichter, wenn man den Schmerz nicht ignoriert

Es ist egal wie du es anstellst. Verändern, umsetzen und dranbleiben ist anstrengend.

Lohnt sich das Dranbleiben trotzdem?

Bevor du diese Frage beantwortest, musst du eines bedenken.

Nicht Dranbleiben, ist auch anstrengend

Wenn dir die Veränderung wichtig ist, dann ist nicht Dranbleiben anstrengend. Nicht körperlich anstrengend, wie Bahnen schwimmen, sondern indirekt. Es ist mehr wie ein drückender Stein im Schuh.

Nicht zu tun, was dir wirklich wichtig ist, verursacht einen leichten Schmerz im Hintergrund.

Manchmal finden wir Jahrelang nicht die Zeit unsere Pläne umzusetzen. Das ist so als würden wir Stundenlang mit einem schmerzenden Fuß rumlaufen, weil wir keine Lust haben, die Schnüre zu öffnen und zu gucken, was da drückt.

Dann merken wir, dass wir in eine Denkfalle getreten sind. Sie besteht darin, dass du die Anstrengung des Dranbleibens siehst, aber die Schmerzen des nicht-Dranbleibens ignorierst.

Deine Entscheidungen basieren dann auf der Abwägung zwischen Anstrengung und Entspannung. In wirklichkeit entscheidest du dich aber zwischen Anstrengung und Schmerzen. Dadurch, dass du in dieser Denkfalle sitzt, triffst du Entscheidungen, die du mit der Zeit bereust.

Wenn es weh tut, lohnt sich das Dranbleiben

Hast du das Gefühl, dass du es bereuen könntest, nicht zu machen, was du vorhast? Dann solltest du dranbleiben.

Wenn du darunter leidest, dass du nicht tust, was dich glücklicher, gesünder, erfolgreicher macht, dann bleib dran. Ich verspreche dir, es lohnt sich.

Egal wie anstrengend es ist. Entscheidend ist, wie groß der Schmerz ist.

Frag dich, ob es dich schmerzen würde, nicht dranzubleiben. Wenn die Antwort ja ist, bleibe dran.

Fazit

Wir machen uns das Dranbleiben durch diese 6 Denkfallen zur Qual:

Wir…

  • warten auf Motivation, weil wir glauben, dass wir sie zum Anfangen brauchen.
  • verschwenden unsere Energie in einem sinnlosen Kampf gegen unsere Faulheit, den wir nicht gewinnen können.
  • vergessen, dass wir unsere To-Do-Liste und Zeit kontrollieren. Wir haben die Freiheit unwichtiges zu verschieben und Wichtiges zu streichen, wenn es noch Wichtigeres gibt.
  • glauben unser Verhalten verändern zu können, ohne unser Selbstbild anzupassen
  • verwechseln Willenskraft mit Selbstdisziplin und fokussieren uns deswegen auf Durchbeißen, statt Strategien zu verwenden, die ohne Willenskraft funktionieren
  • ignorieren den Schmerz des nicht-Dranbleibens und treffen deswegen Entscheidungen, die wir bereuen

Wenn dir der Artikel geholfen hat, hinterlasse einen Kommentar. Was hindert dich am Dranbleiben?

Vielen Dank, dass du dir vorgenommen hast dranzubleiben. Wir brauchen mehr Menschen, die umsetzen was ihnen wichtig ist. Wir brauchen mehr Leute wie dich.

Marwin

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